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ALTERN

25 Feb

Unter deinen Häuten lebt der Mond

in deinen Augen wohnt

der rote Schmerz

himmelwärts

 

Zwischen deinen Haaren hängt ein Stern

in deinem Mund ein Kern

von einem Wort

immerfort

 

Aus deinem Atem dröhnt ein Laut

in deinem Bluten baut

die weiße Qual

aschefahl

 

In deinen Jahren wächst der Wind

in deinem Leben sind

die Träumeschön

nicht mehr zu sehn

Letzte Nebel über Schnee von Gestern

18 Jan

Durch den Schauer der Erinnerung
Stürmt dein Wort gegen graue Wände
Aus letzten Nebeln über Schnee

Über die Häute der leidigen Nächte
Wabert dein Hauch gegen unrasiertes Haar
In letzten Nebeln über Schnee

Mit dem Speichel von Überübermorgen
Tränkst du dich besoffen in die Tage
In letzten Nebeln über Schnee.

Das Geräusch ist dein Atem
Das Wimmern dein Schmerz
Das Lachen dein Hohn
Das Schreien dein Profit

Und immer noch gehen
Die letzten Nebel über Schnee von Gestern

EINE MÄDCHENKAPELLE IN MENSCHERACHTENDEN PERÜCKEN

2 Jan

Die Liebe ist Münze mit zwei Seiten,
Sagst du und meinst ein geschliffenes Schwert
Eine Maschinenpistole mit scharfer Munition und ein Stern
kurz bevor er sich in ein supermassives schwarzes Loch verwandelt

Und eine Mädchenkapelle in menschverachtenden Perücken
Spielt bei IKEA die Marseillaise dazu

Der Hass ist eine tätowierte Faust
Sagst du und meinst die Sehnsucht nach Küssen
Ein Wimmern in den höchsten Tönen und auch nur ein Lied
Kurz vor einem verheerenden Tonartwechsel wie in den Meldodien der Volxmusik

Und zwischen Zufall, Möglich- und Notwendigkeit
Spielt eine Mädchenkapelle in menschverachtenden Perücken
Bei IKEA die Marseillaise dazu

Willst du
Mein Bruder
Meine Schwester
Mein Kind
Mein Freund
Mein Geliebtes
Mein Leben
Mein Alles
Sein

Und mit Bildern aus dem Führerbunker
Spielt eine Mädchenkapelle in menschverachtenden Perücken
Bei IKEA die Marseillaise dazu

„frieden ist krieg“*

* George Orwell in 1984

Sonett der Bastarde

26 Sep

Kommt das Leben endlich zur Sprache
Ist es klein und wahr und still

Das Herz schlägt verflucht im Takt

Eines Erschießungskommandos
Wenn es ans Sterben geht

Ist es Rache für ein Nichts 

Werden Köpfe abgeschnitten

Trommeln sie als Beifall in den Staub
Kommst du zu mir erschießt du mich

Schneidest mir die 1000 stimmigen Kehlen            

                                                              durch

Und reißt mir das Herz in Stückchen raus
Vergib mir die Qual die du dabei hast

Sie gehört dir nicht Heute noch Morgen

Geh ins OFF mit mir – jetzt!

RABEAS & PETERS KANON

20 Sep

dein herz marschiert im stechschritt,
dein kopf robbt durch den dreck der zeit
mit mir,
geliebter.

dein blicke wetzen sich wie messer an mir,
deine hände graben sich durch mein fleisch
wie ölbohrköpfe,
geliebte.

deine worte sind sprengstoffattentate,
dein gott ein scharfrichter
für meinen hals,
geliebter.

deine gepanzerten gedanken überrollen uns
nach stalingrad,
deine füße stampfen meine haut zu wüstenstaub,
geliebtes.

Peters Cross (Die Präsenz des Fehlenden)

15 Sep

ich verstehe keines deiner lieder 
die unter deinen lidern wohnen sollten
ihre melodie ist mir unbekannt

die texte glänzen

durch abwesenheit 
gott hat seine schuhe verloren

und steckt 

zwischen zwei handyverträgen fest

ist nicht erreichbar
dein schmetterling 

hat sich zwischen den flügeln rasiert

und der wind deiner ewigen jugend 

verkühlt dir die blase 
das kreuz der passion hängt schief

auf deinem kreuz

die striemen der neunschwänzigen katze 

schwitzen blut 
komm in meine arme – geliebte!

RABEAS LAMENT

29 Aug

nacht für nacht versuche ich zu schreiben wie man spucken würde
mir die eiskaltsiedendheiße wahrheit aus dem leib zu schleudern

meine verfaulten lippen verbrennen jedes wort zu lügen
mein verschimmeltes herz stinkt zum himmel

tag für tag erschlägt mich der schlaf mit seinen träumen
traum für traum verlange ich nach den fratzen der weltweiten mörder

mensch für mensch stirbt zu meinen füssen
aber ich schunkle über kanten der vorortbahnhöfe auf herrenlose gleise

gib mir die peitsche – geliebter

SupermassivSchwarz

25 Aug

Kein Schritt weiter auf dem Boden der Tatsachen
Kein Gehäuse da das immer strahlt
Keine Schritte mehr in gestreiften Himmeln
Und keine Drachen mehr zu lenken im SupermassivSchwarz

Über den Nebeln der Tastaturtasten hängt Nebel
Vom Rauch ist der Gesang ganz verstummt
Durch Tage und Nächte weht weder Atem noch Lachen
Die Beine baumeln träge ins SupermassivSchwarz

Du hast das Brot gegessen ohne Reste
Bleiben vom Schlaf furchtbare Amateure
Die Wut treibt dir die Augen aus dem Hals
Falls du noch fragst im SupermassivSchwarz

Deiner Worte Politik vertickt den letzten Anstand
An die Meinungen aller anderen der Welt
Dein Blau explodiert beizeiten noch rechtzeitig
‚Baby, wenn wir alt sind’* zu einem SupermassivSchwarz

(*Buchtitel von Julia Engelmann)

DIE NACHT TUT DAS (für Ulrich Zieger)

26 Jul

die nacht tut das, was sie am besten kann: nacht sein

und will schon am abend in den morgen sterben.

die worte kämpfen gegen das licht, so klein, so fein,

und werden doch nie das leben beerben.


und wieder tut die nacht, was sie am besten kann:

nacht sein und flüstert in sinnloser reimerei.

ihr sitzt, du und die nacht, euch gegenüber und dann

verbrennt ihr die sätze zur wahrheit – vorbei.


und jetzt tut die nacht für immer, was sie kann:

am besten ist sie, wenn sie nacht sein darf.

du hast sie in dich eingesperrt, ein großes man

liegt neben dir, das die welt in trauer dorthin warf.

JULI

12 Jul

Das müsste sich doch gut anfühlen –

Die Erinnerung, den Kopf zu kühlen,

Die Zeit mit etwas, dir, angefüllt

Und spazieren zu gehen, verhüllt,


Weil es regnet aus dem Augenlicht,

Aber das Gutanfühlen tut es nicht.

Die Augen, in denen nichts mehr für mich ist,

Weil du doch schon gegangen bist.


Du gehst schon hinterm Horizont,

Von ganz anderen Sonnen besonnt,

Von anderen Händen umweht –

Es ist der Juli, der langsam vergeht.