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DAS GLÜCK KANN KEINE INSEL SEIN

14 Aug

Verrichte die letzten Dinge:

lösch‘ die Lichter,

hol‘ die Segel ein

und mach‘ die Leinen fest,

zahl‘ die Mannschaft aus,

denk‘ auch an den Lotsen

und den letzten Stein –

das Glück kann keine Insel sein.

 

Soviel weggebrannt und

umgerannt, niedergewalzt

von diesem schwarzen Sturm,

sowenig bewahrt und verwahrt,

die Ladung ging über Bord

mit den Ratten treibt sie dort

auf die Sandbank zu, ganz klein –

das Glück kann keine Insel sein.

 

Zurr‘ die Persenning fest,

und betrete den morschen Steg,

verabschiede dich vom Hafenmeister,

schau ihm in die Augen dabei,

lüge nicht, schenk ihm reinen Wein ein –

das Glück kann keine Insel sein.

 

Erst im Schwanken des Gangs

auf ungewohnt festem Boden

finden sie sich wieder:

Erkenntnis und Scham,

DU warst so schwer zu erlangen

und so leicht zu verlieren,

gehe schwer, doch hell und rein –

Glück kann keine Insel sein.

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SIP OF SUN

12 Aug

Take a sip of sun with you

into the winter’s soul

it’s help to dream too

and let yourself make

a smoothy roll to take

the remembering the summer sun

the warm breezes on your skin

all those lightly things that’s gone

 

Pick yourself togehter

watch the things behind

think about whatever

it isnt a sin to be fine

it isnt realy a sin to be

in someones mind

 

Take a saucer full of secrets with you

into the coldest place of you

it’s protect and gives a clue

what’s the fires means

who’s the fool how it’s seems

to have more as two dreams

to give yourself away

meanwhile to stay

 

look like an ashtray so dirty

talk and walk like a man

lift up downward and then

be what you’re be – guilty

 

Pick yourself togehter

watch the things behind

think about whatever

it isnt a sin to be fine

it isnt realy a sin to be

in someones mind

MORGEN SONETT

6 Aug

Mit einem Knall zerschlägt der Morgen mächtig

mein Fenster, an meinen Lidern zieht das Licht,

die Haare stehen mir zu Berge, prächtig:

aufstehen, aufstehen oder nicht?

 

Mein Spiegelbild streckt mir lang die Zunge raus,

die Dusche kämpft gegen meine Gesänge,

von denen dröhnt jetzt das große morsche Haus

in ganzer Breite und in ganzer Länge.

 

Splitterfasernackte  und sturzverliebte

Gedanken schlagen heiter Purzelbäume,

übermütig pfeift der Kessel, zerstiebte

Tropfen tanzen durch kaffeeduftende Räume.

 

Das Frühstück ins fertig, Autos hupen nett,

am besten, ich geh danach wieder ins Bett.

MEIN KIND

30 Jul

Ich bitte dich

um nichts für mich,

Universum, Schicksal, Herr,

nur für mein Kind, so sehr,

bitte ich um Liebe,

Glück und Licht,

um vielmehr bitte ich dich nicht.

 

Vielleicht auch das hier noch:

lass mein Kind im Frieden leben,

mit Feunden und viel Zuversicht,

mit klugem Verzicht,

und nur kleinen Beben

um mehr bitte ich schon nicht.

 

Beschütze es,

wenn ich es nicht mehr kann

und lass mich dann und wann

von dort, wo ich dann bin,

es sehen und mich wissen

und es weiter vermissen.

ALLE TAGE

24 Jul

Aufgestanden,

geduscht,

Zähne geputzt,

Kaffee (sehr stark) getrunken,

den Briefkasten geleert,

zur Post gegangen,

Steuern bezahlt,

der Sonne beim Scheinen zugesehen

und dabei an Dich gedacht.

 

Der Frau im Supermarkt geholfen, die an die Nudeln nicht rankam,

die Wäsche gewaschen,

meinen Schreibtisch aufgeräumt – ein bisschen,

Job erledigt,

mit Leuten um Geld verhandelt,

einen Hund gestreichelt,

das Gewitter genossen

und dabei an Dich gedacht.

 

Das Bad geputzt,

den Abwasch gemacht,

die Treppe gefegt,

den Müll rausgebracht,

mir vom Wind der Haare zerzausen lassen

und dabei an Dich gedacht.

 

Dem Alten von oben meine Zeitung geschenkt,

1000 Mails beantwortet (nein, ich kann erst nächste Woche liefern),

auf dem Weg zur Bahn

mit drei kleinen Jungs ’ne Minute Fussball gespielt,

mein Skateboard gewienert,

dann damit auf die Fresse geflogen

und dabei an Dich gedacht.

 

Zuviel geraucht,

zuviel Zeit verbraucht (mit Nichtigkeiten),

den Abend begrüßt mit einem Lied zur Gitarre,

den Wein verkleckert,

mir neuen geholt

und dabei an Dich gedacht

 

Dieser Tag ist vorbei     –

und ich denke immer noch an Dich

ABENDLICHTER

22 Jul

Noch diese paar Jahre im Leuchten der Stadt,

bis du langsam darin verglühst.

Noch diese paar Zeiten im Schweben der Flucht,

bis niemand mehr nach dir sucht.

 

Mit Engeln und Teufeln noch ringen,

Unmögliches darf nicht liegen bleiben,

Schreien, Beten, Klagen, Singen,

dich selbst aus Paradies und Hölle vertreiben.

 

So soll es nicht gewesen sein, wie es nun ist.

Schatten der Zukunft im vergangenen Was,

Die Scherben des Lebens, die du schon vergisst,

verstehen immer noch keinen Spaß.

 

Deine Zeit ist nur gemietet, ganz matt,

du willst noch nicht still sein,

kein Mensch, der nichts mehr hat.

 

Und nichts wird wieder so kinderrein –

noch diese paar Jahre in kleinstiller Not,

kein Judas Ischariot.

DER DUFT DES MANTELS DES KUTSCHERS DES ABENDS (lonesome slamery)

21 Jul

Die Sterne über mir

funkeln so heiß.

Mein Blut

leckt deine Worte auf

wie Eis,

die Augen deinen Leib,

meine Nase deinen Schweiß.

Durch meine Kehle

rinnt dein Name

und will nicht

über die Zunge,

durch die Zähne

und Lippen

in die Welt.

 

Das kleinste Wir

versandet,

strandet,

und landet

nicht

am Ufer der Gier,

nur hier

im Zittern

meiner Hände.

Gegen die Wände

schlägt mein Kopf.

 

Ein Wort gesteht

und verweht

im letzten Rausch

der großen Toren,

wenn sie mit Getöse,

böse,

in die Schlösser fallen.

Auf die Haut der Gäule

die Striemen knallen,

die Schreie hallen

in rastloser Fäule

und vermahlen Nichts

zu wieder nichts.

 

Leg deine Hand

an die Zügel,

vergiss die Ebenen,

nimm da vorn die Hügel,

und pfeif auf die verfluchten Seelen.

Streich die wehenden Segel

ins Blau und Weiß

des nächstes Tages

und sing IHR zu:

komm wieder,

nimm mich mit,

bleib dort,

geh fort –

eins, zwei … eins, zwei, drei vier –

bleib hier.

WOLKEN IM KOPF

20 Jul

Es ist unglaublich, wo bestimmte Wolken zu finden sind.

Sie nisten auf den mattschimmernden Häuten der Frauen,

Versinken in duftenden Falten der Zeit und ein Kind

spielt mit ihnen und kann Sandburgen draus bauen.

 

Sie spiegeln sich gekräuselt auf den Wellen

Des Sees und der Meere der langen, großen Sommer,

Bedecken auch noch so kleine Himmel und quellen

In Gewittern als Kleid greller Blitze und ferner Donner.

 

Durch die Erinnerung schweben sie als herbstliche Nebel

Und manchmal tanzen sie wie geschärfte Bäusche

Durch das Land ‚Verlieren‘ und teilen als Säbel

Das längst Vergessene ohne Geräusche.

 

Wer sie sucht, wird sie nicht entdecken,

Man muss warten, bis sie sich zeigen,

Sie sich der Seele entgegen recken

Und flüstern, schreien und dann wieder schweigen.

 

Und gestern traf ich sie deinen Haaren,

Dein Atem wehte durch  Gesang

Zu mir,  ich wollte mit dir fahren

An den Träumen entlang.

 

Des Abschieds doppeltes Wort,

Ein letztes Mal ein zahmes Bellen.

Nirgends – heißt ein Zufluchtssort

Aus Wind und Duft und Wellen.

 

Reise gut und schnell und hoch,

Verlange vom Unmöglichen ein Stück,

Die Sehnsuchtsfragen bleiben noch,

Vielleicht kommst du zu mir zurück.

WAS ZU MIR GEHÖRT

23 Dez

(quasi im Stil von Mascha Kaléko)

 

Manchmal ist das Wasser mein,

auch der Trog, in dem es schwimmt,

es ist klar und ungeheuer rein,

wenn es sich meine Augen nimmt.

 

Das Licht der Sonnenstrahlen,

der Sturm und auch der Regen,

die Nächte mit den Höllenqualen,

die sich auf die Seele legen.

 

Die Stille an den Morgen,

bevor die Städte schreien

und die großkleinen Sorgen,

die den Gedanken Flügel leihen.

 

Himmelblau und tiefes Rot,

dazu dieser leise Wind,

mein Flehen und mein Tod

und auch mein großes Kind.

 

Die Fragen ohne Worte,

mit denen alles beginnt,

längst vergessene Orte,

an denen wir glücklich sind.

 

In den Häusern ohne Wände

gehören mir die Dächer.

Ich schreie und beende

tausende Sternenfächer.

 

Die Sehnsucht der Sekunden,

das Verlangen nur zu sehr,

Sinn mit Tränen abgebunden,

aber du nicht mehr.

FERNE GELIEBTE

29 Apr

Vom Abschied will ich einmal schreiben können

wie von einem See,

der in den Sommern vor mir in der Sonne liegt,

winters bedeckt von Schnee:

ruhig & schön.

 

Vom Sehnen will ich also schreiben können

wie von Himmeln,

die in den Gebirgen sich über mir wölben

mit Wolken aus rasenden Schimmeln:

fern & nah.

 

Vom Hoffen will ich auch schreiben können

wie von einem Meer,

das ich in diesem Leben doch bezwingen kann,

so blau, so sehr:

tief & warm.

 

Vom Träumen will ich immer schreiben können

wie von Ebenen,

die ganze Nachmittage mich durchflimmern

Zuständen, schwebenden:

still & klar.

 

Von den Ängsten will ich manchmal schreiben können

wie von Städten,

deren Luft so laut ist wie ein Schreien

in Festen:

lang & fahl.

 

Aber, meine ferne Geliebte, von dir

will ich schreiben können wie von Monden,

deren kühles Licht die Nacht mir

durchbricht mich wärmt und hält,

deren Flut mich anfällt

und mich nicht ertränkt,

deren Auf- und Untergang mich trägt

so unentwegt

mich weckt

und schlafen macht,

deren Spegelbild du bist,

so scharf, so sacht.