Archiv | Dezember, 2014

IMIGRATION

1 Dez

An deinen Grenzen stehen jetzt Bewaffnete, Scharfschützen, Zöllner,

Sie durchsuchen mich und nehmen mir, was ich mitzubringen hatte,

Du bist eine Landschaft, zu der ich keinen Zutritt mehr habe.

Mein Pass wurde mir abgenommen, ich erhalte kein Visum mehr.


Die grüne Grenze, die du um dich gezogen hast, ist vermint,

In den Flüssen, die dich umgeben, schwimmen Froschmänner,

Die mich, lachend unter den Masken, ans diesseitige Ufer

zurücktreiben,

Mich verhöhnend gehen lassen, während deine Ebenen in der Sonne

liegen.


Du hast mir mit fünf Worten die Überfluggenehmigung entzogen,

Ich sehe dem kleinen Grenzverkehr aus der naher Ferne zu.

Die Aussichtspunkte sind für mich mit Stacheldraht abgeriegelt.

Die Züge werden von anderen bestiegen, die in deine Hauptstadt

fahren dürfen.


In deinen Theatern  spielen andere, andere Stücke, absurde Gastspiele

Und in Deinen Kinos laufen andere alte Filme.

In deinem Radio fehlt ab jetzt eine Station (sie wird wahrscheinlich  nicht mal vermisst).

Dein Fernsehprogramm besteht ab jetzt aus Neuigkeiten, die ich nicht mehr kennen werde.


In deinen Häfen ankern jetzt schnittige Schnellboote mit großen

Kannonen,

Die sich auf deinen Wassern zu den Turnieren treffen und um die Wette fahren.

Es wird ohne Anruf scharf geschossen.

In deiner Erde darf ich nicht mehr liegen.


Es bleibt mir nichts anderes übrig, als nach Hause auszuwandern.

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