SIE

30 Mai

Manchmal träume ich von ihr, höre,

im Auto fahrend,

Verkehrsmeldungen von Staus

in ihrer Straße und störe

mich beim Aufschrecken daran,

dass sie nicht neben mir ist –

am Morgen, Mittag oder Abend.

 

Das Licht in meinem Schlafzimmer 
sieht weg,

wie die Vergangenheit wegsieht,

wie eine Gazelle, die flieht,

wie ein welkes Blatt vom Baum fällt

oder ein Knopf am Mantel,

der nicht mehr hält.

 

Ganze und halbe Trapeze aus Plusgraden schießen

subkutan durch die Kathedralen aus Erinnerung

und Ordnung und Hausfluren.

Züge und rasende Noten

rollen durch die Ohren.

Ein kleines Schnarchen

versteckt sich unter Katzengezeter.

 

Ganz nahe Küste

und ebenso Wüste

schnüren und lösen

im nächtlichen Dösen

synchrone Senkel

verschiedener Aschen.

 

Der Weg besteht aus Glitzersplittern

von Gedanken – alle paar Wochen

schneiden sie mir die Sohlen auf, pochen

auf das Recht, gefunden zu werden
.

 

Ihr Duft von gewaschener Wäsche

und frischgedrucktem Buch

auf einem Ladenbord

lässt mich niesen – la petit morte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: