Archive | März, 2013

SOMMER DES LEBENS

30 Mrz

Die Schatten der Bäume greifen mit ihren langen Fingern
nach den Gedanken und deine Seele liegt träge im Wind.
In den Blumen und durch die Gräser verweht aus den Zwingern
die Gewißheit des Atems der Tage, wie glücklich wir sind.

Über dir hängt der Himmel im ewigen, einzigen Blau
und bedeckt dich mit diesem sanften Licht einer ganzen Welt.
Du bewegst dich nicht, die Höhe kennt das Tief nicht so genau,
im Schäumen der Spiegel der Wasser, das dich am Leben hält.

Die Worte der Schönheit in den Nächten wird nicht vergehen,
Lachen – die Erinnerung aus Seiden der Morgen gewebt.
In den Stillen der Blicke des anderen bist du zu sehen
und die Hitze der Häute im Flirren noch nicht ausgelebt.

Und das eine Jetzt der Träume ruft nicht nach Vergangenheit,
alles Verstehen verbirgt sich zwischen den Falten der Zeit.

WANN

30 Mrz

(insp. von Wohltemperiertes Klavier Fuge c-moll v. J.S.Bach)

WANN
hast du zum letzten Mal
etwas zum ersten Mal getan?

WANN
hast du zuletzt
die Sonne steigen sehen?

WANN
konntest du zum letzten Mal
lächelnd im Regen stehen?

WANN
hast du dann begonnen, damit aufzuhören?

WANN
wolltest du zuletzt
dich selbst?

WANN
wolltest du zuletzt dich erkennnen
und dich bei deinem Namen nennen?

WANN
hast du dann begonnen, damit aufzuhören?

WANN
hast du ES das letzte Mal gesagt
als sei es das erste Mal – ungefragt?

WANN
gabst du dir das letzte Mal
dein eigenes Leben zu leben?

WANN
hast du dann begonnen damit aufzuhören?

Und
WANN
fing  dann zum letzten Mal
die Liebe an?

KLEINER HEIMWEG

30 Mrz

(quasi romantisch)

Aus Schlüsselblumen ist die Nacht,
(so feucht der satte Klee)
und aus verwunschnen Disteln gemacht,
dass ich immer schwerer geh.

In meinem krummen, müden Rücken
übt ein Alptraum seinen Schritt,
sein Atmen ist Entzücken,
wenn er mir an den Haaren zieht.

Ich kann ihm nicht ausweichen,
schlage Haken und auch Ösen.
Mein Flehen soll den Himmel erreichen,
die Sterne, die guten und die bösen.

Die Wiese wird zum Wald,
da zeltet das Dunkel, ist aufgebahrt,
erschüttern seine Tritte mein ‚Bald‘
legt mich in Gräber, verwahrt

die allzu schiefen, hohen Töne.
Mein Blut verliert die roten Farben,
die Träume zeugen 1000 Söhne,
die Häute gezeichnet von Narben.

Das Dämmern wird zu meinem Licht,
in dem die Wünsche tanzen.
Augen, so wach, so müde funkeln nicht,
sind Särge für ihre Lanzen.

Die Kniee geben nach so leicht,
die Tür zum Haus ist schon ganz nah.
Ich habe sie nicht mehr erreicht
und doch bin ich hier, ich bin da.

FREUND

28 Mrz

müsste ich einen kreis beschreiben,

ich wählte dich.

 

sollte ich einen kleinen himmel nennen,

ich gäbe ihm deinen namen.

 

könnte ich einen sommer wünschen,

wärest du mein tag dazu.

 

wollte ich einen traum träumen,

solltest du mein schlaf sein.

 

wäre ich eine kerze,

wärest du die flamme.

 

wäre ich ein wind,

bist du der sturm.

 

und

 

wenn du meine träne bist,

verließest du mich nicht.

PHANTOMSCHMERZ

24 Mrz

Die Antwort ist das größte Unglück der Frage,

denn damit ist sie ausgelöscht für alle Tage –

keine Reste bleiben, die sich noch teilen ließen,

und keine Worte, die weiter hin zu Sätzen fließen.

 

Das Gehen wird zum Kriechen,

Sprechen zu Lallen mit Speicheltriefen.

Wer kann noch beißen ohne Zähne

und wer noch lieben ohne Seele?

 

Man glaubte durch Amputation an Heilung ,

an Linderung durch Schnitte in verbrannte Haut –

der Falle wie ein Tier entkommen, dass sich

die Pfote durchbeißt und hinkend flieht.

 

Die Skalpelle lagen längst steril bereit,

silbrig schimmernd, an einem Morgen vor der Zeit,

fand sich die Hand, die sie führen sollte

und nicht zögernd tat sie ihren Dienst, sie wollte.

 

Die Freiheit hat überlebend gewonnen.

Der Atem stößt in die kalte Luft.

Das Sehen ist so klar im Dunkeln

und die Witterung kommt wieder.

 

Nur der Schmerz hält sich am Ende

hartnäckig über die Zeit wie ein Phantom

und lässt sich nicht vertreiben,

der Stumpf pocht rüde gegen das Herz.

MEINE GELIEBTE IST EIN GEDICHT

24 Mrz

Meine Geliebte ist ein Gedicht,

ihre Augen sind zwei Shakespeare-Sonette

und ihr Mund ist ein erotischer Reim.

Ihre Haut und ihr Haar sind Rilke und Hesse,

die Hände ein Psalm am Abend.

 

Ihre Stimme ist ihr eigenes Lied und

ihr Busen eine kleine Ode an die Schönheit.

Die Mitte schwelgt in einer Ballade

von Sehnsucht und Hoffnung und Lust

wie ein ferner Sonnenstrand.

 

Ihr Rücken ist gerade wie ein Limmerick,

ihr Po ein doppelter Jambus

und die Beine vertanzen die Strophen

eines langen Poems beim Gehen

in einen großen Kreuzreim.

 

Meine Geliebte ist ein Gedicht

und ich trinke ihre Worte,

schlürfe die Hebungen und Senkungen,

bade in Zeichen und Bildern

und schreibe das DU in einem Zug.

SWEETEST OF THE SWEETEST NIGHTMARE

8 Mrz

(toccata & fuge in d-minor of J.S.Bach)

 

I’m only a ship of dreams

sails fullfilling with dirty wind

it’s feels like the sweetest sin

just dreams it’s seems

 

Sailing in my cloudy head

swimming in this secret oceans

touching waters of black & red

breathing & coughing dusty emotions

 

Somewhere in my sleep

sharks turning round & round

bring that upside down

to deep so deep in this crazy sleep

 

Assasination gave me candies

of rests to share

waves are not aible to die

to levels of low so high

 

Nevermore a wakeup call

nevermore a view of all

those rests to share

sweetest of the sweetest nightmare