KLEINER HEIMWEG

27 Dez

 

Aus Schneegestöber ist die Nacht,
so feucht der tote Klee
und aus vertrockneten Disteln gemacht,
dass ich immer schwerer geh.

In meinem krummen, müden Rücken
übt ein Alptraum seinen Schritt,
sein Atmen ist Entzücken,
wenn er mir an den Haaren zieht.

Kann weder aus noch weichen,
schlage Haken und auch Ösen.
Flehen soll den Himmel erreichen,
die Sterne, die guten und die bösen.

Wo die Wiese wird zum Wald,
das Dunkel zeltet, aufgebahrt,
erschüttert sein Tritt mein ‚Bald‘
legt mich in Gräber und verwahrt

die allzu schiefen, hohen Töne.
Mein Blut verliert die roten Farben,
die Träume zeugen 1000 Söhne,
und die Häute gezeichnet von Narben.

Das Dämmern wird zu meinem Licht,
in dem die Wünsche tanzen.
Augen, so wach und müde funkeln nicht,
sind Särge für ihre Lanzen.

Die Kniee geben nach so leicht,
die Tür zum Haus ist schon so nah.
Ich hab‘ sie nicht mehr erreicht
und doch bin ich hier, ich bin da.

(nach Toccata & Fuge in d-moll von J.S.Bach)

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