LÖWE IM WINTER (sad animal slamery)

22 Dez

 

Über die Steppe rauscht die Kühle des nahen Eises.
Grün und Blau verdämmert allmählich zu Grau: weises
Kind der Träume. Wer fliehen konnte, floh, wohin immer
alles geht, nicht weit genug für jeden Hoffnungsschimmer.

Die Erinnrung überlebt der Wochen Tage: sanfte Jagd
nach Blut und Fleisch und Knochen machte die Zeiten hoch. Fragt
die Geier, die weiter kreisen, an wessen Tisch sie saßen,
wer die Flügel bewegte und wessen Brot sie aßen.

Und Schnee der Melancholie fällt unverhofft ganz träge
auf die Lider, das Fell braun, als ob es Gelb nicht gäbe.
Die Sonne des Sommers – nicht mehr als ein bleicher Schatten,
müde Pranke, die Sinne stumpf. Im Lager der satten

‚Vergeblichkeit‘ heult der Nordwind mit dem einen Gestern,
verweht das Wittern der schweißigen Beute. Die Schwestern
‚Feuer‘ und ‚Durst‘ quetschen sich in die mageren Flanken –
Zittern der Gier, Sehnsucht nach Lust: nur noch in Gedanken.

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