Archive | November, 2012

STADT FESTUNG ZITADELLE (short slam slamery)

28 Nov

Ich bin eine Zitadelle,

schwarz gerußt

von Kanonen,

verkrümmt

von ihrem nahen Lärmen

und der Stille

des Himmels über mir.

Ich bin eine Festung,

abgeschnitten

vom Licht,

es dringt

nicht in die Gassen

und nicht

in die geduckten Häuser.

Ich bin eine Stadt,

bin belagert

vom Leben,

es schießt

auf meine Mauern,

aber es kann

mich nicht einnehmen.

ÜBER MORGEN (desperate slamery)

5 Nov

Jede Nacht verbrennt der Tag

zur Hoffnung über Morgen –

grandios zu starten,

grandios zu warten,

zu fallen,

zu lallen

und

rund heraus

grandios zu scheitern.

Weitergehen,

weiter sehen

als bis gestern,

in den Nestern

der Übergestern

hocken zahllos

schon die Übermorgen,

dicht an dicht,

nicht neben nicht

als hungrige Mäuler,

überzweifelt

die Rachen aufgerissen.

Überschrien

liegen die

Lachen in Lachen

zusammen,

der Fuß der Zukunft

stampft

mit Unvernunft,

der Mund des Überübermorgen

mampft

die Zeit so weg.

Sieht denn niemand

jemand

irgendwas

als nur das schwarze Loch

und immer noch

verweht,

vergeht

das Übermorgen

und

keiner will verstehen:

das Heute.

BILD der BILDER (crazy world slamery)

2 Nov

Die ganze Welt ist

verrückt,

ausserhalb des Rahmens,

ohne Erbarmen,

und manche von uns

sind darüber entzückt,

wie verrückt

die Welt ist.

 

Alles ist nicht mehr am Platz,

da, wo es hingehört,

es ist verrückt,

wo es wohl nicht mehr stört

und so für die Katz.

 

Männer werden hingerichtet,

anderen Kriege angedichtet,

Aleppo liegt in Scherben,

Märtyrersöhne ins Verderben

geboren,

als Kind schon geschworen

Rach zu nehmen für was?

 

Banker werden immer kränker,

die Sucht nach Giersucht

sucht

weiter die Welt zu verrücken,

näher an den Abgrund

und

wird sie zu Fall bringen –

keine Messen mehr zu singen.

 

Politiker sprechen ihre Sklavensprachen,

öffnen weit den Rachen,

für’s Lügen,

für’s Betrügen,

für’s Sterben,

für’s Erben…

die Claque,

fuck,

jubelt dazu

an den Privatstränden,

auf den Privatstraßen,

auf den Privathügeln,

an den Privatseen,

unter den Privathimmeln,

in ihren Privatwelten,

auf ihren Privatbrücken

sie sind rot, braun, schwarz,

grün, gelb und voller Entzücken.

 

Die Bilder der Bilder

verwehen zu Worten

an Orten,

werden ertauben

zu frablosen Stauben –

nichts mehr erkannt:

Kein Mensch. Niemand.